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Sehen ohne Brille
Ein Excimer-Laser verdampft pro Schuss Hornhaut-Gewebe mit einer Tiefe von 0 ,00025 mm auf einem Durchmesser von 0,1 bis 0,2 mm. Dieser Verdampfungs-Prozess dauert nur 0,002 Tausendstel Sekunden. Durch eine ganze Serie solcher Laser-Impulse, die gezielt über die Hornhaut verstreut werden, kann man dieser eine neue Form geben. Es ändert sich die Brechkraft der Hornhaut und damit des ganzen Auges, so dass nach der Laser-Operation in der Regel keine Brille mehr getragen werden braucht. Für die Behandlung muss das Auge lediglich mit Tropfen betäubt werden. Moderne Eximerlaser besitzen ein eye-tracking genanntes System, dass den Laser während der Behandlung, die nur sehr kurz dauert, selbst den kleinsten Augenbewegungen nachführt. Damit sind exzentrische Behandlungen, die zu Lichtringen in der Dunkelheit oder zu verstärkter Blendempfindlichkeit führen, sehr selten geworden. Die PRK gilt für Kurzsichtigkeiten bis –6 dpt und für Hornhautverkrümmungen bis 3 dpt als wissenschaftlich anerkannt, darüber hinaus werden Vorhersagbarkeit und Komplikationsrate schlechter.
LASIK wird heute von den meisten Operateuren für einen Großteil der Patienten als das Verfahren zur Behandlung von Kurzsichtigkeiten bis ca. -10 dpt, Hornhautverkrümmungen bis ca. 3 dpt und Übersichtigkeiten bis ca. +3 dpt angesehen. Weltweit wurden inszwischen ca. 2 Millionen Behandlungen durchgeführt. Im Gegensatz zur PRK wird bei der Operation zunächst mit einem Schneidegerät (Mikrokeratom) eine ca. 0,15 mm dünne Lamelle der Hornhaut abgetrennt und umgeklappt. Die eigentliche Laserbehandlung und damit das Formen der Hornhaut (wie bei der PRK) erfolgt nun auf der nicht umgeschlagenen dickeren Hornhaut durchgeführt. Am Ende wird die Lamelle wieder zurückgeklappt und oft zur Sicherheit eine klare Verbands-Kontaktlinse aufgesetzt. Die Risiken der Behandlung sind ähnlich wie bei der PRK. Der Zustand des Auges nach Operation soll aber stabiler sein und insbesondere ist der Heilungsverlauf deutlich schneller und viel weniger schmerzhaft.
Bei diesen Verfahren wird operativ eine Kunstlinse zusätzlich zur körpereigenen Linse, die im Auge verbleibt, in das Auge eingesetzt. Es gibt derzeit drei verschieden Linsentypen: In die Vordere Augenkammer können die von der Iris getragene Artisan-Linse oder eine refraktive Vorderkammerlinse eingesetzt werden. Weiterhin kann in die hintere Augenkammer eine intraokulare Kontaktlinse eingesetzt werden. Ein kleines Risiko besteht allerdings immer, dass diese Linsen auch nach Jahren noch im Auge verrutschen oder dass ein Grauer Star entsteht. Von Vorteil ist aber, dass damit auch stärkere Fehlsichtigkeiten korrigiert werden können, die mit PRK oder LASIK nicht mehr behandelbar sind.
Beim Clear lens exchange wird in einer Operation die klare körpereigene Linse des Auges entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Der Ablauf der Operation entspricht in etwa dem einer Operation des Grauen Stars. Die Brechkraft der neuen Kunstlinse wird vor der Operation berechnet und dabei so ausgewählt, dass nach der Operation für die Ferne keine Brille mehr getragen werden muss. Wird sogar eine multifokale Kunstlinse eingesetzt, wird oft auch in der Nähe ein befriedigendes Sehergebnis erreicht. Ansonsten wird zum Sehen in der Nähe eine Nah- bzw. Lesebrille benötigt. Diese Methode hat den Vorteil, dass auch sehr große Fehlsichtigkeiten bis –30 dpt oder +10 dpt und darüber hinaus korrigiert werden können. Besonders interessant ist diese Operation aber auch für ältere Patienten, bei denen sich möglicherweise sowieso schon langsam eine Trübung der körpereigenen Linse anbahnt. Ob und inwieweit durch diese Operation bei sehr stark Kurzsichtigen das Risiko einer Netzhautablösung erhöht wird, ist derzeit unter den Operateuren in der Diskussion.
Kleine Halbringe (Intacs) aus sehr gut verträglichem Kunststoff (PMMA) werden in einer Operation in den äußeren Bereich der Hornhaut eingesetzt. Dadurch wird die Form und damit die Brechkraft der Hornhaut verändert. Intacs, die in mehreren Stärken zur Verfügung stehen, sind lediglich anwendbar bei einer Kurzsichtigkeit von –1,0 bis –3,0 dpt und wenn nicht gleichzeitig eine Hornhautverkrümmung von mehr als 1 dpt vorliegt. Der Vorteil der Methode liegt zum einen in der Reversibilität und zum anderen darin, dass der für das Sehen so wichtige zentrale Bereich der Hornhaut bei dieser Operation nicht behandelt wird und damit auch vor, wenn auch bei allen refraktiven chirurgischen Verfahren sehr seltenen Komplikationen, gefeit ist. Weitere Informationen sind abrufbar beim US-amerikanischen Hersteller KeraVision unter www.getintacs.com.
Hierbei werden Schnitte in der Hornhaut (Keratotomien) durchgeführt, die zu einer Abflachung und damit Brechkraftänderung führen. Diese Operationsmethode ist eng mit dem Namen Fjordorov, einem medienwirksamen russischen Augenarzt verbunden, der solche Operationen am Fließband durchführte. Für DM 10.000 bis DM 15.000 war Ende der 70er Jahre eine Pauschalreise von 10 Tagen Moskau incl. Operation beider Augen zu haben. Große wissenschaftliche Studien in den USA konnten aber zeigen, dass der Erfolg von Keratotomien schwer voraussagbar war; was auch der Grund dafür ist, dass diese Methode nahezu gänzlich verlassen wurde. Lediglich zur Korrektur einer starken Hornhautverkrümmung wird diese Operation noch durchgeführt und ist für diese Indikation auch wissenschaftlich anerkannt.
Man muss wissen, keine Operation ist ohne jegliches Risiko. Jedes der vorgestellten Operations-Verfahren hat seine spezifischen Komplikationen, seine speziellen Vor- und Nachteile. Aufgabe des Operateurs ist es, den Patienten vor der Operation so zu beraten, dass, unter Abwägen von Nutzen und Risiken, das für das einzelne Auge beste Verfahren ausgewählt wird.
Nicht behandelt werden sollten Patienten,
Wenn Sie sich für einen refraktiv-chirurgischen Eingriff interessieren, was sollten Sie Ihren behandelnden Augenarzt fragen? Was können Sie von der Operation erwarten oder erhoffen und was nicht?
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Fragen an den behandelnden Arzt |


In die Hornhaut werden halbkreisförmige Kunststoffringe implantiert
Narbenbildung in der Hornhaut führt zu einer Änderung der Brechkraft und Abnhame der Fehlsichtigkeit

Nach der Präparation der oberen Hornhautlamelle (Flap) wird eine tieferliegende Schicht mit dem Laser abgetragen.
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Stand: 19.11.2007